Aktuelle Entwicklung bei Schule Pitche I und Reisebericht 2015

Auch dieses Jahr war ich, Bubacar Djalo, von Mitte September bis Mitte Oktober wieder in Pitche.

Nachdem in 2014 das Schulgebäude Pitche I und die Toilettenhäuschen renoviert wurden, hatten alle Beteiligten beschlossen, mit dem verbliebenen Geld einen wetterfesten Pavillon als Ersatz für das Provisorium zu errichten.

Dieses wurde nach meiner Abreise realisiert.

Wetterfester Unterstand

Wetterfester Unterstand

Wieder zurück in Deutschland kam die Idee, dass es viel besser sei, ein komplett neues Gebäude mit Möblierung, zusätzliche Toilettenhäuschen, einen neuen traditionellen Brunnen, sowie eine Mauer, die das komplette Schulareal umgibt, zu errichten. Mit den vorhandenen eigenen Mitteln, sowie den Spenden unserer Unterstützer wäre eine zeitnahe Realisierung nicht möglich. Deshalb wurde ein Projektantrag bei der IKEA Stiftung gestellt, mit der Bitte, uns finanziell zu unterstützen.

Nachdem wir von der IKEA Stiftung die Zusage erhielten, war die Freude riesengroß.

Sandhaufen

Sandhaufen

Die Schulkinder waren so begeistert, dass sie in einer Wochenendaktion Sand zusammengetragen haben. Damit zusammen mit Zement und Wasser Ziegelsteine hergestellt werden konnten.
Dem Gremium vor Ort wurde ein Teilbetrag überwiesen und es konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Baustelle bei meiner Ankunft

Baustelle bei meiner Ankunft

Zusammenkunft des Gremium

Zusammenkunft des Gremium

Nach meiner Ankunft habe ich die Baustelle besichtigt und mit den Beteiligten vor Ort das weitere Vorgehen besprochen.
Leider waren die Arbeiten häufig durch starke Regenschauer unterbrochen und man war nicht soweit mit dem Neubau, wie es geplant war.
Während meines Aufenthalts wurde das restliche Baumaterial für die Erstellung des Gebäudes beschafft. Die Sickergruben für die neuen Toilettenhäuschen wurden gegraben.

Ausheben der Sickergrube

Ausheben der Sickergrube

Verlegen der Wasserleitung

Verlegen der Wasserleitung

Leider musste ich feststellen, dass aus Sicherheitsgründen der Bau eines neuen traditionellen Brunnen nicht realisierbar ist.

Mit den Beteiligten vor Ort wurde daher beschlossen, eine ca. 150 Meter lange Leitung zu einem Wassertank zu verlegen. Dieser wird per Generator aus einem tiefen, professionell gebauten Brunnen mit sauberem Wasser versorgt.

Die noch verbliebenen Arbeiten werden nach dem Ende der Regenzeit fortgesetzt.

Über den Fortgang der Arbeiten werden wir berichten.

Ein großes Danke / Obrigado / Djarahma an alle Spender und Unterstützer.

Vielen Dank an die IKEA Stiftung

für eine großzügige Spende von 20.300 Euro und dem damit entgegengebrachten Vertrauen in den Sepa-Verein!

Wir alle sind überwältigt und sehr glücklich!

Provisorischer Klassenraum

Wo die Kinder stehen, findet in der Trockenzeit Unterricht statt.

Dank der großen Spende der IKEA-Stiftung kann dort ein komplett neues Gebäude mit drei Klassenräumen für die Schule Pitche I gebaut werden.
Dieses bedeutet, dass nach Fertigstellung 320 Kinder das ganze Schuljahr hindurch unterrichtet werden können.

Vorher

Vorher

Nachher

Nachher

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Damit auch die untere Schule so schön wird, bitten wir um eine Spende an den Verein bei der Commerzbank Hamburg AG

Kontoinhaber : Sector de Pitche – Alemanha e.V.
IBAN: DE17200400000229542600
BIC: C0BADEFFXXX

Nächstes Projekt

Nächstes Projekt

Renovierung der Schule Pitche I

 

Am 13. September 2014 startete ich – Bubacar Djalo – Vorsitzender des Vereins Sector de Pitche – Alemanha e.V., zu meinem 4-wöchigen Aufenthalt nach Pitche. Im Gepäck hatte ich nicht nur Geschenke und viele gute Wünsche für Freunde und Familie, sondern auch eine großzügige Spende in Höhe von € 5.000,- der IKEA Stiftung, Geld von unseren Unterstützern und Spendern, sowie diverse Beutel mit Süßigkeiten (15 Kg), gespendet von meinen Kolleginnen und Kollegen von IKEA-Food aus Hamburg-Moorfleet.

Ein gefühlter Temperaturunterschied von 30° Grad Celsius, hohe Luftfeuchtigkeit und die immer noch währende Regenzeit waren das erste Willkommen nach einer Reisezeit von knapp 23 Stunden bei der Ankunft in Bissau am Flughafen.

Begutachtung

Begutachtung der Schule

Ein paar Autostunden später war dann Ankunft in Pitche bei meiner Familie. Am nächsten Tag ging es zu einer ersten Besichtigungstour zur Schule. Begleitet wurde ich vom Comité Gestao (Verwaltungsausschuss). Dieser Ausschuss setzt sich aus Mitgliedern vom Verein KILÉ *, den Lehrern des Ortes und dem Elternrat zusammen.

Schnell war klar, dass trotz vieler helfender Hände, die Renovierung harte Arbeit werden würde. Die Schule wurde 1962 von den Portugiesen während der Kolonialzeit gebaut und seitdem wurde an dem Schulgebäude nichts mehr gemacht.

Unter dem Dach hatten sich mittlerweile Flughunde und Fledermäuse eingenistet und die vergangenen Regenzeiten hatten ihr übriges getan. Der Dachboden war voller Tierexkremente und die Decke war völlig durchfeuchtet und schimmelig. Es musste erst einmal eine große Säuberungsaktion stattfinden und das Dach umfangreich repariert werden, bevor man mit dem Klassenzimmer anfangen konnte.

Das Dach wurde erneuert und abgedichtet, damit keine „Mietnomaden“ mehr einziehen können. Auch der Schornstein wurde vergittert.

Der Klassenraum wurde ausgeräumt, die Zimmerdecke wurde erneuert, der Fußboden ausgebessert und das komplette Gebäude innen und außen gestrichen. Die Fenster und die Eingangstür wurden erneuert. Die beiden Toilettenhäuschen wurden gestrichen und wieder nutzbar gemacht und der Schulhof gesäubert.

Auch wenn die Witterungsverhältnisse manches Mal eine Unterbrechung der Arbeiten erforderten, so waren doch alle mit Freude, Engagement und guter Laune bei der Arbeit.

Schultafel

Schultafel

Als das Problem der Erneuerung der Schultafel auftrat, war schnell eine Lösung gefunden. Es wurde mit Drahtgeflecht und Zement eine Fläche in der Größe 5,3 x 1,25 Meter auf die Stirnwand des Klassenraumes aufgebracht. Diese Fläche wurde nachdem sie trocken war, spiegelglatt geschmirgelt und dann mit schwarzer abwischbarer Farbe gestrichen. Eine geniale und vor allen Dingen günstige Lösung. Ich denke, Pitche I hat jetzt die größte Tafel des Landes.

Für eine komplette Neumöblierung des Klassenraumes war leider nicht mehr genug Geld übrig. Dieses wird für unseren Verein einer der nächsten Aufträge werden.

In einem Gespräch mit allen Verantwortlichen wurde beschlossen, dass mit den restlichen Mitteln noch Material (Zement, Drahtgeflecht, Wellblechplatten für ein Dach inklusive Nägel) angeschafft wird, um mit einem wetterfesten Pavillion für die Schule zu beginnen.

Die Übergabe der renovierten Schule an den Gemeindevorsteher und die Lehrer war ein großes Ereignis. Viele Kinder, Erwachsene und sogar ein Moderator des lokalen Radiosenders waren dabei.

Das Verteilen der Süßigkeiten war ebenfalls ein großes Ereignis. Viele Kinder waren gekommen. Süßigkeiten sind bei uns in Pitche ein Luxus, der sich nur sehr selten bis gar nicht geleistet werden kann. Obwohl die Sweeties den Großteil meines Freigepäcks einnahmen, war das eine tolle Idee von meinen Kolleginnen und Kollegen.

Starterpakete

Starterpakete

Ein Highlight war auch dieses Jahr wieder das Verteilen der Schulstarter-Pakete.

Dank der Gelder unserer Spender, konnten diesmal 1.129 Pakete an die sechs nachstehenden Schulen ausgegeben werden:

Dara, Benten-Misside, Sampaiai, Sintcha-Bassiro, Benfica und Madina-Paiama.

 

 

 

 

 

Ein großes Danke / Obrigado / Djarahma an alle Spender und Unterstützer.

Übergabe der sanierten Schule

Übergabe der sanierten Schule

 

*KILÉ (bedeutet gegenseitige Hilfe) ist eine nicht staatliche Organisation, die sich aus Bürgern der verschiedenen Gemeinden des Landkreises Pitche zusammensetzt. Ziel ist es, dass die Bewohner im Landkreis Pitche ihre Lebensbedingungen selbständig und nachhaltig verbessern.

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Es gibt 4 Gemeinden, die den Landkreis Pitche bilden:

  • Burumtuma
  • Canquelefá
  • Dara
  • Pitche

In diesem Landkreis leben 45.594 Personen, davon sind 4.636 Schüler.

Die meisten Eltern sind Kleinbauern mit sehr begrenzten Einkommensquellen. Was sie verdienen reicht nicht, um die Bedürfnisse des täglichen Lebens zu decken. Die Versorgung der Familie mit den Grundnahrungsmitteln, wie Reis, Mehl, Zucker, Salz, Petroleum für das Nachtlicht, Seife, usw., die Instandhaltung des Hauses, der Transport und vieles mehr ist eine gewaltige Herausforderung für sie.

Die medizinische Versorgung ist schwierig und teuer. In Pitche gibt es lediglich einen sogenannten „Posto Sanitario“, der aber auch nur begrenzt „Erste Hilfe“ leisten kann.

Bereits seit 1958 ist in Pitche montags Markttag, genannt Lumo. Es ist der wichtigste Tag der ganzen Woche. Die Kleinbauern bieten ihre Produkte an, die „fliegenden Händler“ verkaufen ihre Waren und die Handwerker und Transporteure bieten ihre Dienste an.Der ganze Ort summt vor Geschäftigkeit. Lumo ist nicht nur kaufen und verkaufen, es ist auch der Tag, an dem man sich trifft, Neuigkeiten austauscht, soziale Kontakte pflegt.

Nach dem Human Development Index zählt Guinea-Bissau zu den am geringsten entwickelten Ländern weltweit.

Guinea-Bissau verfügt nur sehr eingeschränkt über Bildungsmöglichkeiten und -einrichtungen. Circa 60 Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten.

Die Regierung strebt eine Schulpflicht mit einer Dauer von 6 Jahren an. Die durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs liegt derzeit nur bei 2,3 Jahren.

Nur wenige Kinder besuchen die Schule, da viele von ihren Familien für häusliche Aufgaben eingesetzt werden, wie z.B. Beaufsichtigung der kleineren Geschwister, hüten des Viehs, Hilfe bei der Ernte.

Außerdem gibt es auf dem Land nicht immer die Möglichkeit eine Schule in der Nähe zu besuchen, welches lange Wege bedeutet und auch Schulgeld muss entrichtet werden. Dieses erschwert noch zusätzlich den Zugang zu grundlegender Bildung für große Teile der Bevölkerung.
Dazu wächst auch noch die Höhe des Schulgeldes, je höher die Klasse ist, die besucht wird. Was den Besuch dieser Schulen für viele potentielle Absolventen unerschwinglich macht.

Pünktlich zum Beginn des Schuljahres 2013/2014 konnten 1.430 Schulkinder der 1. bis 6. Klasse an den drei Schulen in Pitche (Pitche I und II, sowie AJASP) und die Schule in Dara mit sogenannten Schulstarterpaketen ausgestattet werden.

Jedes Kind bekam zwei Hefte, je einen Kugelschreiber und Bleistift, einen Anspitzer und ein Lineal.

Es war ein großer Tag nicht nur für die Schüler. Die Eltern, Lehrer, Direktoren und Schulbeiräte waren begeistert. Die Freude war bei allen überwältigend.

Schon die Anschaffung solcher einfachen Gegenstände ist für viele Eltern eine große Herausforderung und bedeutet eine große Erleichterung.

Durch Ihre finanzielle Unterstützung war es möglich, ganz unbürokratisch und ohne großen Verwaltungsaufwand dieser großen Kinderzahl zu helfen und glücklich zu machen.

Allen Spendern ein dickes: Danke schön! Obrigado! Djarahma!