Djambur Ist eine kleine Ortschaft, die ca. 7 km von dem Dorf Dara entfernt liegt und zu der Gemeinde zählt. Von dort aus kamen früher Schulkinder an Schultagen (täglich 14 km) in den Unterricht in Dara und zurück.

Jahrelang unterrichtete der Lehrer der Primarschule von Djambur im Stehen. Eine Arbeitsbedingung, die nicht gerade günstig und motivierend war.

Im Rahmen seiner Tätigkeiten in der Entwicklungszusammenarbeit startete im Jahr 2023 eine Rundschau nach den Arbeitsbedingungen und Infrastruktur Zuständen zu erkundigen wurden Djambur Gespräche (Interviews) zweimal mit dem Dorfvorsteher und dem Schullehrer geführt.

Diese berichteten den Gesandten von SePA in Kooperation mit der Gemeinde von Dara wurden über die zahlreichen Bedürfnisse der Schule und der Schüler berichtet.

Als Priorität von allen dargestellten Umständen wurde die schwierigen Arbeitsbedingungen des Schulleiters betrachtet. Der Lehrer ist der alleinige in dieser Schule und in zwei Schichten Routine tätig.

So wurde beschlossen, mit den gering verfügbaren Mitteln von SePA eine schnelle Umsetzung zu leisten. Das Mittel wurde von einem SePA-Mitglied, Herr Abasse Seide, persönlich bereitgestellt. Damit wurden zwei Sekretäre (2 Tische und 2 Stühle) für den Lehrer zu beschaffen. Mit den eingesetzten Mitteln wurden dazu auch Schulmaterial für die Schulkinder derselben Schule gekauft. Bei der Materialübergabe waren unter anderen auch Representen der Kooperationsgemeinde von Dara.

Erbaut wurde das Schulpavillon durch die Kolonialadministration im Jahr 1970-1971. Am darauffolgenden Jahr (1972) – entsprechend dem Schuljahr 1971/1972 – wurde die Schule mit dem derzeit in Dara tätigen Lehrer namens Augusto Alfa Embaló eröffnet. Seit damals stand dieses alte und stark durch Witterungen (Regen, höhe Luftfeuchtigkeit und starke Winde), vor allem auch durch Vernachlässigung seitens der Verantwortlichen in immer weiter fortschreitender Degradierung.

Rehabilitation

Die Schule wurde nicht nur rehabilitiert, sondern auch mit neuen Schulbänken und einem Sekretär (Tisch und Stuhl für den Lehrer) ausgestattet und erweitert. Die Schüler können im Unterricht jetzt bequemer nebeneinander sitzen. Renovierung des Schulgebäudes und Erweiterung durch mehr Schulbänken und somit auch mehr Komfort für die Schülerinnen und Schüler im Unterricht, ist durch die Zusammenarbeit des SePA e. V. mit der örtlichen Gemeinschaft von Dara erfolgreich durchgebracht. Diese Zusammenarbeit diente zugleich als Basis der Vertrauensmaßnahme zwischen den beiden Seiten.

Ein gelungenes Projekt, welches seit bereits den Anfängen der Realisierungen des SePA e. V. im Landkreis Pitche auf dem Plan als nächstes stand.

Wiedereröffnung und Zeremonie mit Umbenennung

Der Höhepunkt dieser Kooperationsarbeit wurde mit der Zeremonie der Wiedereröffnung und mit der Umbenennung der Schule erreicht. Die Schule, die früher 007 hieß, später dann Escola do Ensino Básico em Dara, wurde nun mit Genehmigung des Bildungsministerium der Republik Guinea-Bissau in ENSINO BÁSICO AUGUSTO ALFA EMBALÓ umbenannt.

Diese Umbenennung hat seine Wurzel in der Geschichte. Die Schule in Dara wurde im Jahr 1964 unter der Kolonialherrschaft gerundet. Damals waren lediglich kleine Hüten in denen der Schulunterricht stattfand. Später wurde ein mit Lehmblocks Pavillon, geteilt auf einen Unterrichtsraum und eine enge Residenz für den Lehrer errichtet. Doch aus gegebenen Umständen hat dieses Pavillon nicht länger durchgestanden. Es wurden wieder kleine Hüten gebaut, die als provisorisch galten.

Er ist somit der erste Lehrer in diesem neugebauten Schule. Jetzt, ihm zu Ehre, trägt die Schule seinen Namen.

Aber warum dieser Name – dazu eine kurze Geschichte. Herr Augusto Alfa Embaló hatte neben guten persönlichen Qualitäten auch Lehrer Glück. Er war der erste, in der neu erbauten und mit ihm eröffneten Schulgebäude unterrichtet hat. Für seine Qualität sprechen seine Fähigkeiten, mit den Eltern der Kinder einen ständigen Kontakt durch offenen Dialog zu pflegen und über Bildung und Erziehung für die Zukunft der Kinder und somit auch für deren Familie generell zu thematisieren. Er stand mit der Dorfgemeinschaft von Dara verwandtschaftlich durch elterliche Abstammung in Verbindung. Er hatte Verständnis für den Alltag der Bevölkerung als Bauern mit skassen Produktivitäts-Möglichkeiten, weshalb die Kinder schon im frühen Alter an das Tagesgeschäft der jeweiligen Familien herangezogen wurden. Dies gehört vor allem auch zur Erziehung der Kinder in solchen Gesellschaften. Er  half den Eltern, einen neuen flexibleren integrativen Kalender zu finden, was Kindern ermöglichte, neben der personellen Mitwirkung in den Familien Tagesgeschäften, ohne die Schule zu vernachlässigen oder sich gänzlich von dieser entfernen zu müssen. 

Im Februar diesen Jahres, wurde ein Computer Center für den Landkreis Pitche eröffnet

Der Landkreis Pitche hat einen neuen Computer Center mit solarer Anlage. Ein neue Attraktion und Anlaufstelle für die Kinder und Jugendlichen. Dafür wurde ein Gebäude aufgebaut, gestrichen, möbliert mit Tische und Stühle, 10 Computer und ein Laserdrucker.

Eine Solaranlage mit neun Photovoltaik-Panels, vier Batterien und entsprechenden Zubehör, und ein Solar-Wechselrichter von EFFEKTER sorgt für die Umwandlung von Solarenergie zum Strom mit der richtigen Spannung und Frequenz für die Geräte.

Nach einer zweijährigen Bauzeit ist der Neubau der Schule Pitche fertig!
Am 14.12.2016 konnte die symbolische Schlüsselübergabe stattfinden.
Der Neubau wurde sogar von drei auf fünf Klassenräume incl. Möblierung erweitert und bietet jetzt die Möglichkeit noch mehr Kindern guten und qualitativen Unterricht zu erteilen.
Auch der Bau der sanitären Anlagen, jeweils eine Kabine für Mädchen und eine für Jungen, ist nunmehr abgeschlossen.
Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser steht!
Für die Sicherheit der Kinder wurde um das gesamte Schulgelände eine Mauer gebaut, die mit zwei Türen versehen ist und mit schönen bunten Motiven bemalt wurde.
Mit all den oben aufgeführten Dingen, wurde der Alltag der Kinder in Pitche um einiges besser gestaltet.
Dank der Mithilfe vieler Hände und Spender, insbesondere durch die großzügige Spende der IKEA Stiftung konnte das Projekt verwirklicht werden.

Obrigado! / Danke!

Und zum Schluß nochmal ein paar Bilder von der Bauzeit

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Aktuelle Entwicklung bei Schule Pitche I und Reisebericht 2015

Auch dieses Jahr war ich, Bubacar Djalo, von Mitte September bis Mitte Oktober wieder in Pitche.

Nachdem in 2014 das Schulgebäude Pitche I und die Toilettenhäuschen renoviert wurden, hatten alle Beteiligten beschlossen, mit dem verbliebenen Geld einen wetterfesten Pavillon als Ersatz für das Provisorium zu errichten.

Dieses wurde nach meiner Abreise realisiert.

Wetterfester Unterstand
Wetterfester Unterstand

Wieder zurück in Deutschland kam die Idee, dass es viel besser sei, ein komplett neues Gebäude mit Möblierung, zusätzliche Toilettenhäuschen, einen neuen traditionellen Brunnen, sowie eine Mauer, die das komplette Schulareal umgibt, zu errichten. Mit den vorhandenen eigenen Mitteln, sowie den Spenden unserer Unterstützer wäre eine zeitnahe Realisierung nicht möglich. Deshalb wurde ein Projektantrag bei der IKEA Stiftung gestellt, mit der Bitte, uns finanziell zu unterstützen.

Nachdem wir von der IKEA Stiftung die Zusage erhalten hatten, war die Freude riesengroß.

Sandhaufen

Die Schulkinder waren so begeistert, dass sie in einer Wochenendaktion Sand zusammengetragen haben. Damit zusammen mit Zement und Wasser Ziegelsteine hergestellt werden konnten. Dem Gremium vor Ort wurde ein Teilbetrag überwiesen und es konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Nach meiner Ankunft habe ich die Baustelle besichtigt und mit den Beteiligten vor Ort das weitere Vorgehen besprochen.

Leider waren die Arbeiten häufig durch starke Regenschauer unterbrochen und man war nicht so weit mit dem Neubau, wie es geplant war.

Während meines Aufenthalts wurde das restliche Baumaterial für die Erstellung des Gebäudes beschafft. Die Sickergruben für die neuen Toilettenhäuschen wurden gegraben.

Bedauerlicherweise musste ich feststellen, dass aus Sicherheitsgründen der Bau eines neuen traditionellen Brunnens nicht realisierbar ist.

Mit den Beteiligten vor Ort wurde daher beschlossen, eine ca. 150 Meter lange Leitung zu einem Wassertank zu verlegen. Dieser wird per Generator aus einem tiefen, professionell gebauten Brunnen mit sauberem Wasser versorgt.

Die noch verbliebenen Arbeiten werden nach dem Ende der Regenzeit fortgesetzt.

Über den Fortgang der Arbeiten werden wir berichten.

Ein großes Danke / Obrigado / Djarahma an alle Spender und Unterstützer.

Es gibt 4 Gemeinden, die den Landkreis Pitche bilden:

  • Burumtuma
  • Canquelefá
  • Dara
  • Pitche

In diesem Landkreis leben 45.594 Personen, davon sind 4.636 Schüler.

Die meisten Eltern sind Kleinbauern mit sehr begrenzten Einkommensquellen. Was sie verdienen reicht nicht, um die Bedürfnisse des täglichen Lebens zu decken. Die Versorgung der Familie mit den Grundnahrungsmitteln, wie Reis, Mehl, Zucker, Salz, Petroleum für das Nachtlicht, Seife, usw., die Instandhaltung des Hauses, der Transport und vieles mehr ist eine gewaltige Herausforderung für sie.

Die medizinische Versorgung ist schwierig und teuer. In Pitche gibt es lediglich einen sogenannten „Posto Sanitario“, der aber auch nur begrenzt „Erste Hilfe“ leisten kann.

Bereits seit 1958 ist in Pitche montags Markttag, genannt Lumo. Es ist der wichtigste Tag der ganzen Woche. Die Kleinbauern bieten ihre Produkte an, die „fliegenden Händler“ verkaufen ihre Waren und die Handwerker und Transporteure bieten ihre Dienste an.Der ganze Ort summt vor Geschäftigkeit. Lumo ist nicht nur kaufen und verkaufen, es ist auch der Tag, an dem man sich trifft, Neuigkeiten austauscht, soziale Kontakte pflegt.

Nach dem Human Development Index zählt Guinea-Bissau zu den am geringsten entwickelten Ländern weltweit.

Guinea-Bissau verfügt nur sehr eingeschränkt über Bildungsmöglichkeiten und -einrichtungen. Circa 60 Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten.

Die Regierung strebt eine Schulpflicht mit einer Dauer von 6 Jahren an. Die durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs liegt derzeit nur bei 2,3 Jahren.

Nur wenige Kinder besuchen die Schule, da viele von ihren Familien für häusliche Aufgaben eingesetzt werden, wie z.B. Beaufsichtigung der kleineren Geschwister, hüten des Viehs, Hilfe bei der Ernte.

Außerdem gibt es auf dem Land nicht immer die Möglichkeit eine Schule in der Nähe zu besuchen, welches lange Wege bedeutet und auch Schulgeld muss entrichtet werden. Dieses erschwert noch zusätzlich den Zugang zu grundlegender Bildung für große Teile der Bevölkerung.
Dazu wächst auch noch die Höhe des Schulgeldes, je höher die Klasse ist, die besucht wird. Was den Besuch dieser Schulen für viele potentielle Absolventen unerschwinglich macht.